Philippe Zdar und sein Yamaha CS-80
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Dieses Video, in welchem Philippe Zdar, früherer Producer von Mc Solaar und heute eine Hälfte des Duos Cassius, über seinen Yamaha CS-80 Rede und Antwort steht und natürlich nebenher immer verträumt drauf los klimpert, treibt mir Tränen in die Augen und Schweiß auf die Stirn.
Angesichts der heutigen Gebrauchtpreise von um die 10000 Euro habe ich schonmal das Eigenheim weiter unten auf die Liste gepackt – notfalls geht’s auch ein paar Monate ohne Nahrungsaufnahme…
A-Trak hat’s mir geflüstert.
Endless Rain Record

Für 39 Dollar, umgerechnet derzeit ungefähr 26 Euro, kann man einmal für 10 Minuten zur Massage gehen um mal so richtig zu entspannen – das war’s dann aber auch. Andererseits kann man sich dafür die Endless Rain Platte kaufen – das ist dann pure Entspannung auf 12″ Vinyl. Die A-Seite beherbergt 10 Minuten feinsten Sommerregens, wobei die Flipside sich auf Loops aus einzelnen Tropfen beschränkt.
Yoga kann einpacken.
Deutschland, bewusstlos…
Puh, das wird ein langer Beitrag, denke ich. Es ist wieder soweit: Mein Unverständnis gegenüber der deutschen Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft ist ein weiteres Stück gewachsen – langsam aber sicher verliert man doch den Glauben an den Menschen und dessen Verstand. Da Bilder mehr sagen als 1000 Worte, hier erst einmal der Ursprung des Übels: Die ARD-Dokumentation “Die Armutsindustrie”. Schon etwas älter, aber mir stellen sich immernoch die Nackenhaare.
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So, was haben wir?
Einen Trampolin-Hersteller, der alleine im Metallbereich 50 (in Worten: Fünfzig) Ein-Euro-Jobber eingestellt hat. Und ein Geschäftsführer, der diese Tatsache ganz stolz unter dem Deckmantel verkauft, er stärke die deutsche Wirtschaft, weil er nichtmehr in China produziere.
Einen “wegrationalisierten” Berufskraftfahrer, der 20 Jahre lang täglich Kartons ein- und ausgeladen hat und von der Agentur für Arbeit nun ein Praktikum vermittelt bekommt – eigentlich eine Maßnahme um ihn wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dort packt er Keilriemen vom großen Karton in den kleinen Karton, acht Stunden täglich. Er soll damit neue Erfahrungen machen. Und wieder ein Geschäftsführer der sich nicht so recht trauen will einzugestehen, dass seine neun subventionierten “Praktikanten” zwei vollbezahlte Arbeitsplätze ersetzen.
Dann hätten wir da noch das Dachunternehmen des Ganzen: Das Sozialunternehmen Neue Arbeit gGmbH. Mit rund 1600 arbeitslosen Arbeitskräften aus praktisch allen handwerklichen Bereichen, welche übrigens alle nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik erfasst werden, hat das Sozialunternehmen laut Geschäftsführer Ulrich Rabeneick eine wichtige Aufgabe: “Die Existenzsicherung der mittelständischen Unternehmen.” Außerdem betreibt man noch einen Haushaltshilfe-Service – nicht gemeinnützig, nein – für Leute, die es sich eben leisten können. So bezahlen diese dann auch 12 Euro/Std. für diese Dienstleistung an die Neue Arbeit. Die Haushaltshilfe selbst bekommt dann 1 Euro/Std. von der Agentur für Arbeit.
Nun stellt sich die Frage: Was ist denn z.B. an einem Trampolin gemeinnützig?
Darauf hat Herr Rabeneick, nach ein wenig gut vertuschter Bedenkzeit inklusive den altbekannten “Mmmmmh”s und “Äääääährm”s, eine sher beeindruckende Antwort. Kurz: Es ist nicht das Endprodukt, welches gemeinnützig sein soll – nein – es ist der Weg dorthin, die Produktion, die Eingliederung der vielen Hilf- und Perspektiv- und Arbeitslosen 1-Euro-Jobber, welche von der Agentur für Arbeit finanziert werden. Achsoooo, na dann…
Heruntergebrochen bedeutet dies nichtmehr “Der Weg ist das Ziel”, sondern “Der Weg hat kein Ziel” – zumindest keines, das den Weg in irgendeiner Form legitimiert.
Als ich diese Dokumentation das erste mal sah’ konnte ich nicht anders als hinaus an die frische Luft zu gehen. Diese Kurzsichtigkeit aller Beteiligten macht mich leider unglaublich wütend. Wenn der breiten Öffentlichkeit dann noch suggerriert wird, man täte doch nur Gutes indem man die Produktion in Deutschland behalte, obwohl man ja in China noch günstiger produzieren könne, dann bekomme ich eine Gänsehaut. Mein Großvater hätte gesagt: “Da geht mir das Messer in der Tasche auf” – und das bringt es auch sehr gut auf den Punkt.
Ich kann nur hoffen, dass Menschen wie Herr Rabeneick das was sie da sagen nicht auch noch glauben. Sonst ist für mich der letzte Funke Hoffnung für dieses System, diese Gesellschaft in Rauch aufgegangen. Soviel Ignoranz möchte ich keinem Menschen zuschreiben.
Ohne mich jetzt als Wirtschaftsweise darstellen zu wollen, möchte ich doch darauf hinweisen wo, meiner Meinung nach, das Problem seinen Ursprung hat: Im Kopf eines jeden Einzelnen. Das Bewusstsein, als eine geschlossene Gesellschaft mit all ihren Vor- und Nachteilen aufzutreten, schwindet zusehens. Ebenso die Fähigkeit, wirtschaftlich und politisch weiter als über die naheliegendste Hürde zu denken. Was sollen denn die Kinder denken, wenn ihnen diese wissentlichen Verzerrungn der Realität als Wahrheiten verkauft werden? Wahrheiten, die immer kurzlebiger geworden sind. Die immer wieder umgeschrieben werden müssen, weil ein Einzelner zu faul war, auf lange Zeit voraus zu denken.
Solange an den Spitzen der Politik und der Wirtschaft keine Spitzenpolitiker und Spitzenunternehmer sitzen – und damit spreche ich nicht nur von Diploma, “Vitamin B” und Berufserfahrung, sondern genauso von der Fähigkeit, sensibilisiert für das Bewusstsein der Gesellschaft zu sein – werden diese kleinen Pflaster auf den tief klaffenden Wunden dieser Demokratie weiterhin schnell aufweichen und bei der nächsten Bewegung abfallen.
